Windows NT

Windows NT
Windows NT
 
[NT ist die Abk. für New Technology, dt. »neue Technologie«], ein von Microsoft 1993 erstmals vorgestelltes 32-bit-Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche. Während Microsoft einerseits mit Windows 95 einen Nachfolger von Windows 3.1 vorbereitete, der sich eher an den Heimanwender richtete, wurde andererseits mit Windows NT eine parallel laufende Produktreihe begonnen, deren Zielgruppe im professionellen Bereich lag. Entsprechend den jeweiligen Zielgruppen war Windows NT gegenüber Windows 9x mit nur wenigen Multimediafunktionen ausgestattet. Die Schwerpunkte lagen auf Client-Server-Architektur, Systemstabilität und Datensicherheit.
 
Die erste Version wurde in Anlehnung an Windows 3.1 Windows NT 3.1 genannt. Eine optimierte Version (3.5) folgte im September 1994, doch erst die im Mai 1995 erschienene Version 3.51 war wirklich erfolgreich. Im Jahr 1996 folgte die Version 4.0, die für mehrere Jahre zum Standard unter den professionellen Betriebssystemen wurde.
 
Windows NT wird in zwei Ausführungen angeboten: die normale Ausführung für Clients, die in der Version 4.0 als Windows NT Workstation bezeichnet wird, und eine zunächst als »AS« (Abk. für Advanced Server) bezeichnete und danach Windows NT Server genannte Fassung für Server-Rechner. Mit diesen beiden kann ein Client-Server-Netzwerk aufgebaut werden. Windows NT Workstation unterstützt daneben noch weitere Netzwerke, und zwar Banyan Vines, DEC Pathworks, LAN-Server und SNA-Netzwerke von IBM, LAN-Manager und Windows for Workgroups von Microsoft sowie Novell Netware. Mit Windows NT Workstation alleine kann (ebenso wie mit Windows for Workgroups) ein Peer-to-Peer-Netzwerk aufgebaut werden.
 
Windows NT ist in der Programmiersprache C programmiert. Es ist daher einfach auf andere Plattformen portierbar. Dazu muss nur die Hardware Abstraction Layer (HAL) ersetzt werden und ein geeigneter Compiler verfügbar sein.
 
Auch wenn seine Benutzeroberfläche der von Windows 95 gleicht, unterscheidet sich Windows NT im Inneren doch deutlich von diesem. Während Windows 95 und frühere Windows-Versionen auf DOS aufgesetzt waren, ist die Grundlage von NT das Betriebssystem OS/2, das von IBM und Microsoft zunächst gemeinsam entwickelt wurde. 1991, während der Entwicklungsphase zu einer neuen Version, die unter der Bezeichnung »OS/2 NT« lief, kündigte Microsoft diese Zusammenarbeit auf und führte auf der Basis der bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Ergebnisse die Entwicklungen fort, benannte das Produkt jedoch um in »Windows NT«.
 
Windows NT läuft auf verschiedenen Prozessoren, darunter Intel-Modelle vom 80386 bis Pentium sowie Alpha-Chips. Es ist ein 32-bit-Betriebssystem und ermöglicht präemptives Multitasking, was zu einer hohen Stabilität des Systems führt. Dies funktioniert jedoch nur, wenn auch mit den speziell für Windows NT konzipierten Anwendungen gearbeitet wird. Werden Anwendungsprogramme für andere, ältere Windows-Versionen unter Windows NT benutzt, so erzwingen diese kooperatives Multitasking, mit der Folge, dass bei einem Fehler in einem der laufenden Programme meist ein Absturz des ganzen Systems verursacht wird. Davon abgesehen ist es prinzipiell aber möglich, mit Anwendungen für MS-DOS, Windows 3.1, Windows 9x zu arbeiten, daneben laufen - mit Einschränkungen - auch Anwendungsprogramme, die für OS/2 oder gemäß dem unabhängigen Unix-Standard POSIX konzipiert sind. Windows NT verwendet das Dateisystem NTFS (erste Versionen benutzten noch das OS/2-Dateisystem HPFS).
 
Da das Betriebssystem symmetrisches Multiprocessing (Multiprozessorverarbeitung) unterstützt, können Client-Rechner mit zwei Prozessoren damit betrieben werden (bei Windows NT Server sogar bis zu 32). Auch Multithreading ist in Windows NT möglich. Als Zeichensatz wird Unicode anstelle von ANSI verwendet.
 
Im Gegensatz zu Windows 95 gibt es bei NT 4.0 kein Plug and Play, ebenso wird weder AGP noch USB unterstützt.
 
In Windows NT sind verschiedene Stufen der Zugriffsberechtigung vorgesehen, die auf Datei- oder Verzeichnisebene vergeben werden können; mögliche Berechtigungsstufen sind »Lesen«, »Schreiben«, »Ausführen«, »Löschen«, »Rechte ändern«, »Besitz übernehmen«.
 
Die Version 5.0 erschien unter der Bezeichnung Windows 2000 im Jahr 2000 mit einigen Neuerungen. Es ist leistungsfähiger als sein Vorgänger, und es wurden noch mehr Sicherheitsaspekte berücksichtigt, z. B. wurden die Möglichkeiten zur Datenverschlüsselung verbessert und die Domänenadministration vereinfacht. Mit DFS können Daten verteilt gespeichert werden. Auch Plug and Play wird jetzt unterstützt. Die Ausgabe von Windows 2000 für Arbeitsplatzrechner (Clients) heißt »Windows 2000 Professional«, für Server-Rechner werden jetzt drei Varianten unterschiedlicher Leistungsfähigkeit angeboten.
 
Die Server-Versionen Windows NT Server und Windows 2000 Server verfügen über eine Reihe spezifischer Funktionen. So wird etwa Disk Mirroring (Plattenspiegelung) und Disk Striping unterstützt. Fernterminals können über Modem, ISDN oder X.25 (ITU) in das Netz eingebunden, über Gateways können Verbindungen zu Novell NetWare und AppleTalk hergestellt werden.
 
Die einfachste aktuelle Server-Variante, Windows 2000 Server, ist für kleinere Unternehmen konzipiert. Das darauf aufbauende Windows 2000 Advanced Server ist für größere Netze geeignet. Die umfangreichste Server-Version, Windows 2000 Datacenter Server, ist für hohe Ansprüche ausgelegt, wie sie in Rechenzentren sowie in den Bereichen Data Warehouse und OLTP gestellt werden. Beim Einsatz in Multiprozessorrechnern können mit letzterer Version bis zu 32 Prozessoren gesteuert werden.
 
Ein wesentliches Merkmal von Windows 2000 Server ist das Distributed File System (DFS), ein Dateisystem, das die Daten auf mehreren Servern verteilt und dem Benutzer Übersichtlichkeit und einen einfachen Zugriff ermöglicht, unabhängig davon, auf welchem Server die benötigten Daten tatsächlich liegen. DFS unterstützt das Active Directory.
 
Im Herbst 2001 wurde Windows 2000 Professional ebenso wie Windows 98/Me durch den gemeinsamen Nachfolger Windows XP abgelöst.
 
 TIPP:
 
Windows NT 4.0 verwaltet IDE-Festplatten nur mit einer Kapazität von höchstens 8 GByte. Sollen größere Festplatten genutzt werden, muss eine neuere Version des Treibers ATAPI.SYS installiert werden (Download von der Microsoft-Homepage).
 
Bereits vor der Installation von Windows 2000 lässt sich feststellen, ob die vorhandene Hardware sowie die installierten Treiber unter dem neuen Betriebssystem ohne Probleme benutzt werden können. Dazu legen Sie unter Windows 9x die Windows-2000-CD in das CD-ROM-Laufwerk. Anschließend rufen Sie mit Start-Ausführen das Programm »checkupgradeonly« auf; es befindet sich im Verzeichnis i386winnt32 auf der Installations-CD. Die Informationen des Programms lassen sich als Textdatei speichern und ausdrucken.

Universal-Lexikon. 2012.

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